Christoph Europa 5 feiert 20. Geburtstag
Veröffentlicht von Pit am 1. April 2025
Mit der Indienststellung des Niebüller Rettungshubschraubers Christoph Europa 5 am 1. April 2005 fiel der Startschuss für die erste grenzüberschreitende Luftrettung zwischen Deutschland und Dänemark. Was als Pilotprojekt startete, verbessert bis heute die Notfallversorgung in der deutsch-dänischen Grenzregion – mittlerweile auch bei Dunkelheit und in der Nacht.
„Christoph Europa 5 meldet sich einsatzbereit“, hieß es zum ersten Mal vor genau 20 Jahren. Kurz nach der Anmeldung folgte auch gleich der erste Einsatz für die Besatzung an der neuen Station in Niebüll: Ein dringender Transport eines Kindes von der Klinik Satteldüne nach Heide. Bis heute ist die rot-weiße Maschine ein unverzichtbarer Baustein in der umfassenden und schnellen Notfallversorgung in der Region zwischen den Meeren, vor allem für die Bevölkerung an der Schleswig-Holsteinischen Westküste, die Bewohner der Nordfriesischen Inseln sowie des Westküstenbereichs des dänischen Verwaltungsbezirks Sønderjyllands Amt. In den zwei Jahrzehnten seit der Gründung wurde die Besatzung von Christoph Europa 5 zu mehr als 21.000 oft lebensrettenden Einsätzen alarmiert.
„Wenn man sich die Region hier anschaut, ist auf der Stelle klar, warum die Luftrettung im Notfall so wichtig ist“, unterstreicht Stationsleiter und Pilot Jürgen Voiss. „Gerade auf den Inseln und anderen entlegenen Regionen des Landes sind wir unschlagbar schnell: Von unserer Station in Niebüll aus brauchen wir zum Beispiel nur elf Flugminuten, um auf der dänischen Insel Rømø zu landen, die deutsche Insel Föhr erreichen wir in nur sieben Flugminuten.“ Der erfahrene Pilot begrüßt daher auch die Entscheidung des Landes Schleswig-Holstein, die Station vom reinen Tag- auf den 24-Stunden-Betrieb umzustellen. „Wir freuen uns sehr, dass – zusammen mit unseren Kolleginnen und Kollegen von Christoph 42 in Rendsburg – jetzt zwei Hubschrauber rund um die Uhr für die Menschen in Schleswig-Holsten zur Verfügung stehen. Denn Notfälle ereignen sich unabhängig von Tageszeiten und die Versorgung sollte bei Dunkelheit genauso gut sein wie am Tag.“
Hochmodern im Einsatz: Hubschrauber und Medizintechnik
An den Start ging die Station im Jahr 2005 mit einem Hubschrauber des Typs BK117, 2020 erfolgte die Umstellung auf eine H145. Seit 2023 kommt ein hochmoderner Hubschrauber des Typs H145 mit Fünfblattrotor zum Einsatz, der optimal für den Einsatz sowohl in der Notfallrettung als auch für dringende Transporte zwischen Kliniken geeignet ist. Er bietet eine hohe Nutzlast und mehr Platz in der Kabine, wodurch die Besatzung ein breiteres Einsatzspektrum bedienen kann. Im Cockpit werden den Piloten alle Flugdaten auf großen Bildschirmen angezeigt, außerdem kann ein 4-Achsen-Autopilot eingesetzt werden, was die Flugsicherheit zusätzlich erhöht.
Auch im Bereich der Medizintechnik hat die DRF Luftrettung die Entwicklung in den vergangenen 20 Jahren kontinuierlich vorangetrieben. Zu den Neueinführungen gehören hier beispielsweise das Videolaryngoskop, das ein Intubieren auch unter schwierigen Bedingungen erlaubt, ein mobiles Sonografiegerät zur schnellen Erkennung von Verletzungen und Blutungen in Bauch- und Brustraum und ein Gerät zur Blutgasanalyse, das am Einsatzort hilft, die Sauerstoffversorgung einer Patientin oder eines Patienten und die Schwere seines Schockzustands zu beurteilen. Dank der hochspezialisierten medizinischen Ausrüstung kann die Besatzung auch bei schwersten Verletzungen und Erkrankungen bereits am Einsatzort einen wichtigen Zeitvorteil für die Patientinnen und Patienten schaffen.
Leonie Stengel am 2. April 2025 at 9:37
Immer im Einsatz für die Region happy Birthday 🙂